Von bedrückender Aktualität: am Premierentag wurde in Italien Kapitänin Carola Rackete vernommen, weil sie mit Flüchtlingen an Bord ohne Erlaubnis in Lampedusa angelegt hatte …

 

 

 

  

LAMPEDUSA WAYLampedusa Way Passau 2019

aus

DIE LAMPEDUSA-TRILOGIE

(Trilogia del Naufragio)

 

von

LINA PROSA

 

Deutsch von Sabine Heymann

1 D, 1 H

 

Premiere 18. Juli 2019, Europäische Wochen Passau, Regie Lina Prosa

Mit: Graziano Piazza und Maddalena Crippa

 

 

Die sizilianische Autorin und Regisseurin Lina Prosa inszenierte für die Europäischen Wochen in Passau die Aufführung ihres Flüchtlingsdramas „Lampedusa Way“ in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Es ist der dritte Teil der „Trilogia del Naufragio“, in welcher sie von dem Schicksal zweier afrikanischer Flüchtlinge, Mahama und Saif, erzählt, die nach Lampedusa gereist sind, um nach ihren verschollenen Angehörigen suchen, die über das Mittelmeer nach Europa wollten. Vielleicht haben jedoch – wie so viele - auch Mohammed und Shauba Schiffbruch erlitten. In den vorausgehenden Teilen "Lampedusa Beach" und "Lampedusa Snow" erzählt Lina Prosa von der Gefahr der Flucht und der illegalen Einwanderung der gesuchten jungen Leute.

 

 

„Der Text schafft, wie ein Blick übers Meer, eine Atmosphäre der Sehnsucht. Prosa findet zudem Worte für das Grauen, das sich täglich auf dem Mittelmeer abspielt, ohne grauenvolle Worte zu verwenden. [….] Darf man aus der Not der Geflüchteten überhaupt Poesie machen? Darf das Ertrinken so schön klingen? Ja, darf es. Weil dies die Poesie der liebenden Zurückgelassenen ist, die hinter dem Schicksal jedes einzelnen auf der Fluch Verschwundenen stehen. Und weil das Recht auf Poesie zur Würde des Menschen gehört, die es unbedingt zu verteidigen gilt, auch auf dem Meer. […]

 

Die Inszenierung ist schlicht, die beiden Schauspieler müssen kaum spielen, nur auf der Bühne stehen und Worte sprechen, alles dient der Erlebbarkeit des verspielten, ungeheuer poetischen Textes. Den tragen sie auf italienisch vor, die deutsche Übertitelung ist die großartige Übersetzung von Sabine Heymann.“ (Christiane Lutz, Süddeutsche Zeitung)

 

"Lampedusa Way" schafft das Nobelste, was Theater schaffen kann: die Perspektive wechseln, gleichsam als Zuschauer das Leben, Fühlen und Leiden des anderen wie aus deren Herz heraus selbst zu erleben. Künstlerisch war es ein großer Abend.“ (Raimund Meisenberger, Passauer Neue Presse)

  

 

Lampedusaway it

 

 DIE LAMPEDUSA-TRILOGIE

(Trilogia del Naufragio)

 

Deutsch von Sabine Heymann

 

Lina Prosa greift das Flüchtlingsthema in ihren Lampedusa-Stücken auf und lässt vier Protagonisten, Angehörige derselben Familie, ihre Fluchtgeschichten erzählen. Drei verschiedene Texte in demselben Bewusstsein des Wanderns, der Hoffnung und des Wahnsinns der Menschen.

 

 

LAMPEDUSA BEACH / 1 D

Ein schockierendes Stück über die Reise der Nordafrikanerin Sheuba, das junge Mädchen, das auf ihrer von Schleppern organisierten Reise in den "Westen" im Mittelmeer ertrinkt. In diesem Monolog von poetischer Brillanz, nimmt uns die Autorin mit in das Wrack derer, die davon träumen, in einem Land der Hoffnung zu landen.

 

 

LAMPEDUSA SNOW / 1 H

Der junge afrikanische Ingenieur Mohamed, der wegen Überfüllung der üblichen Auffanglager gemeinsam mit hundert Leidensgenossen in ein Flüchtlingslager in die Dolomiten auf 1800 Meter Höhe zur Identifizierung "ausquartiert" wird und dort überwintert - ein authentischer Fall aus dem  Jahr 2013. Schneehunde finden ihn irgendwann begraben unter einer Lawine, in der Tasche den Asylantrag und einen Abschiedsbrief - er hat Selbstmord begangen.

 

 

LAMPEDUSA WAY / 1 D, 1 H

Mit dem letzten Teil beendete Lina Prosa ihre Trilogie. Shaubas Tante Mahama und Saifs Onkel Mohamed, begeben sich in Lampedusa auf die Suche nach ihren beiden Angehörigen. All ihre Versuche, etwas herauszufinden, bleiben erfolglos, als ihre Aufenthaltsgenehmigung abläuft, beschließen die beiden, illegal in Italien zu bleiben. Der soziale und existentielle Selbstmord nimmt seinen Lauf.

 

 

 

 

Fotos  © Leda Terrana, Jörg Schlegel/PNP 

 

 

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