"Wiederentdeckt wird jene Form des Theaters, das eigentlich als Auslaufmodel gehandelt wurde.

Eine Suche nach dem erzählerischen Theater, das gesellschaftliche Problemlagen nicht nur spiegelt, sondern eine Haltung zu ihnen entwickelt."

Süddeutsche Zeitung 29.08.2018

 

 

Wiederentdecken Sie hierzu diese Werke von BRIAN FRIEL

 

 

 

ZWISCHEN ALLEN SPRACHENZwischen allen Sprachen National 2018 2

(Translations)

 

 

Stück in drei Akten

Deutsch von Frank Günther

3 D, 7 H / 1 Dek.

UA 23.09.1980 Guildhall, Derry, Irland

 

Gefeiertes Revival Mai 2018 am National Theatre, London

 

Irland, 1833, in einem Moment des historischen Übergangs. Die englische Besatzung will Englisch als Amtssprache durchsetzen. Eine ländliche Volksschule soll in das nationale Bildungssystem integriert werden. Für den Dorfschullehrer Hugh bedeutet die irische Sprache - voller Fantasie und Selbsttäuschung - "unsere Antwort auf Lehmhütten und Kartoffeldiät". Für seine Schülerin Maire hingegen, die in die USA auswandern will, ist Englisch die Sprache der Zukunft.

Britische Soldaten sind vor Ort und sorgen u.a. für die Umbenennung der Ortsnamen ins Englische. Hughs Sohn Owen arbeitet als Dolmetscher für die Besatzungstruppen. Und der englische Leutnant Yolland verfällt dem Land und Maire. Ihre Liebe drücken sie in ihrer jeweiligen Sprache aus - Wir sehen die Kraft der Leidenschaft, verbale Signale zu transzendieren.

 

Ein Stück über die Sprache, und deren identitätsformende, herrschaftssichernde und Grenzen überwindende Macht.

 

"Friels meisterhaftes Stück ist von Ironie durchdrungen und wunderschön geschrieben. Eine fehlerfreie Produktion. Ein Meisterwerk des Kultur-Clash." ***** THE GUARDIAN

 

"Enorme Neuinszenierung eines einzigartigen Klassikers." *****THE OBSERVER 

 

"Das ist Brian Friels feinstes und universellstes Stück. Ein wahrer, moderner Klassiker." *****SUNDAY TIMES

 

"Ein exquisites, diamantgeschliffenes Stück." TIME OUT

 

"Fesselnd. Wenn das Politische persönlich wird." THE TIMES

 

 

 

EIN MONAT AUF DEM LANDEFriel A month in the country

(A Month in the Country)

 

 

Stück in zwei Akten nach Turgenev

Deutsch von Frank Günther

5 D, 7 H / 2 Dek.

 

Als Privatlehrer angereist, erschüttert ein Moskauer Student innerhalb weniger Wochen das weltferne Leben des Provinzadels auf einem Landgut. Er verwirrt die junge Gattin des Gutsbesitzers ebenso wie ihren schüchternen Liebhaber, die noch jüngere Tochter ebenso wie deren ältlichen Freier. Friel hat die Vorlage zugespitzt zu einem Beziehungsendspiel mit psychologischer und politischer Dimension.

 

 

 

HEDDA GABLERFriel Hedda Gabler

 

 

Stück nach Henrik Ibsen

Deutsch von Ingrid Rencher

4 D, 3 H / 1 Dek.

 

In seiner Bearbeitung, die Plot und Bau des Ibsen-Dramas beibehält, nimmt Friel eine deutliche Verschiebung der Perspektive vor. Mehr als familiärer und gesellschaftlicher Hintergrund interessieren ihn psychologische und moralische Strukturen und Mechanismen beim (un-) menschlichen Spiel mit Macht und Abhängigkeiten, Leidenschaften und Vertrauen: In Hedda wirken Zynismus und Anmaßung.

 

 

 

HEIMATORTFriel The home Place

(The Home Place)

 

 

Stück

Deutsch von Ingrid Rencher

4 D, 8 H / 1 Dek.

 

Im heißen Donegal August 1878 werden die Früchte des Kolonialismus und die Zweideutigkeiten der Loyalität vor dem Hintergrund der unmöglichen Liebe getestet. Christopher Gore, der liberal gesinnte englisch-irische Hausherr und sein Sohn David wohnen in The Lodge mit ihrer "chatelaine" Margaret, in die sie beide verliebt sind. Christopher's Cousin, Dr. Richard Gore, reist in der Absicht an, eine Darwin-inspirierte wissenschaftliche Theorie zu verfolgen: Indem er die Schädel der einheimischen Iren vermisst, hofft er, den genetischen Code der Eingeborenen zu knacken....um ihnen ihren minderwertigen Platz in der natürlichen Ordnung zu zeigen. Das Stück spielt in der Ära der Gewalttätigkeit und Ungewissheit zu Beginn der Home Rule-Bewegung und untersucht die Nachwirkungen von Dr. Gores Experiment, da sich unter den verdächtigen Dorfbewohnern von Ballybeg eine tiefe Feindseligkeit entzündet.

Die Tragödie des Kolonialismus als historisches Schauspiel über die Unmöglichkeit des richtigen Lebens im falschen, mit vielen Anklängen an das Tschechowsche Drama.

 

 

 

NACHSPIELFriel Afterplay

(Afterplay)

 

 

Stück

Deutsch von Ingrid Rencher

1 D, 1 H / 1 Dek.

 

Tschechows Sonja (Onkel Wanja) trifft bei Friel ausgerechnet Andrej, den glücklosen Bruder der Drei Schwestern. Die tüchtige Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, und der erfolglose Musiker, der sich sein vertanes Leben zurechtlügt: eine faszinierende Begegnung. Vorsichtige Annäherung, Aussprache, und für einen Moment sieht es aus, als gebe es einen Ausweg aus der Einsamkeit.

 

 

 

DAS JALTA-SPIELFriel The-Yalta-Game

(The Yalta Game)

 

 

Stück

Deutsch von Ingrid Rencher

1 D, 1 H / 1 Dek.

 

In Jalta beginnt der verheiratete Enddreißiger Dmitry eine Affäre mit der 22-jährigen Gattin eines Provinzarztes. Aus einem Abenteuer wird Liebe. Beide sind unfähig, das Erlebte abzuschließen und zum Alltag zurückzukehren. Ein Doppelleben beginnt. Die Dramatisierung der Tschechow-Erzählung »Die Dame mit dem Hündchen« als fesselndes Spiel um Wahrheit und Lüge, Erfindung, Traum und Wirklichkeit.

 

 

 

DIE DREI SCHWESTERNFriel Three SistersSydney

(The Three Sisters)

 

 

Stück in vier Akten nach Anton Tschechow

5 D, 9 H / var. Dek.

 

Bearbeitung des Tschechow-Klassikers: Die alleinstehende Lehrerin Olga, die Lehrersgattin Mascha und die blutjunge Irina sind Töchter eines verstorbenen Generals in der russischen Provinz. Sie träumen sich zurück ins Moskau ihrer Jugend, projizieren ihre Sehnsüchte in den dadurch hoffnungslos überforderten Bruder und versäumen dabei, ihr eigenes Leben zu leben. Am Ende sind alle Hoffnungen zerstört.

 

 

 

VÄTER UND SÖHNEvaeter und soehne 1458 2

(Fathers and Sons)

 

 

Stück in zwei Akten nach Turgenev

Deutsch von Inge und Gottfried Greiffenhagen

6 D, 9 H / 2 Dek.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts fordert in Russland eine rebellierende, illusionslos-materialistische Jugend die vom idealistischen Humanismus geprägte Vätergeneration heraus: Erbitterte Auseinandersetzungen bis zum Duell, Verachtung, Provokation – und die Liebe trifft den schwächsten Punkt. Turgenevs Roman wird in Friels Bearbeitung zum beeindruckend modernen Generationendrama.

 

 

 

LEBEN EIN TANZFriel Dancing at Lughnasa

(Dancing at Lughnasa)

 

Stück in zwei Akten

Deutsch von Andrea Clemen

5 D, 3 H / 1 Dek.

 

Herbst 1936, das Radio verändert die Welt: In einem Haus am Rande von Ballybeg leben fünf Schwestern im Alter von Mitte 20 bis 40. Einzige Männer: ihr Bruder Jack, ehemals Missionar, Michael, der siebenjährige Sohn der jüngsten Schwester, und sein Vater Gerry. 50 Jahre später erinnert sich Michael an diese Zeit, deren Atmosphäre vom Motiv des Tanzes bestimmt wird.

 

 

 

 

FRIEL Brian fotoBRIAN FRIEL

geboren am 9. Januar 1929 in Omagh, Nordirland, war einer der weltweit bekanntesten irischen Dramatiker.

Friel studierte am St.Columb’s Colledge in Derry, am St.Patrick’s College, Maaynooth, und in Belfast. Von 1950 bis 1960 unterrichtete er an diversen Schulen in der County Londonderry. Seine schriftstellerische Karriere begann Friel, indem er ab 1959 Kurzgeschichten für den New Yorker schrieb, die später auch in Buchform erschienen. Mit den frühen Stücken THE ENEMY WITHIN (1962), PHILADELPHIA HERE I COME (1964), The LOVES OF CASS McGUIRE (1966) und LOVERS (1967) gelang ihm der Durchbruch, nicht nur in Irland, sondern weltweit.

Die meisten seiner Stücke wurden und werden immer wieder am Abbey Theatre, am Gate Theatre, beide Dublin, am Londoner Westend und am Broadway New York gespielt. DANCING AT LUGHNASA (1990), wohl sein bisher erfolgreichstes Stück (Premiere am Abbey Theatre, Dublin; West End Produktion, London; Broadway Produktion, New York) gewann in 1992 drei Tony Awards, einschließlich der Auszeichnung „Bestes Stück“. Es wurde 1998 mit Meryl Streep in der Regie von Pat O’Connor verfilmt.

Der katholische Friel gründete 1980 mit dem protestantischen Stephen Rea die "Field Day Theatre Company" in Derry, die der vom Nordirlandkonflikt betroffenen Stadt eine neue Grundlage für die gemeinsame kulturelle Identifikation von Katholiken und Protestanten geben wollte. Die erste Produktion der Field Day Theatre Company war die Uraufführung von Friels TRANSLATIONS am 23. September 1980. Neben Stephen Rea gehörte auch Liam Neeson zur Besetzung.

Friel war Ehrendoktor des Rosary College, Chicago, Illinois (1974). 1989 widmete ihm die BBC eine Saison von sechs Hörspieladaptionen seiner Stücke, die erste Ehrung dieser Art eines lebenden Theaterautors. Er war Mitglied der American Academy of Arts and Letters, der British Royal Society of Literature und der Irish Academy of Letters.

Brian Friel lebte mit seiner Frau in der Provinz Donegal in der Republik Irland. Er starb am 2. Oktober 2015.

 

  

 

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